Von den Gauen zu den Regionalverbänden

Bereits 1924 beschließt der VDT-Vorstand unter Vorsitz von Willi Hannemann eine Einteilung des Verbandes in vier „Gaue“ (oder „Landesgruppen“ wie sie an verschiedenen Stellen auch genannt werden). Gauleiter der ersten Stunde waren: 

            Norddeutscher Gau (Sitz Berlin): Hermann Bartelt, später Roman Najuch

            Mitteldeutscher Gau (Sitz Magdeburg): Paul Rauch, später Alfred Förster

            Westdeutscher Gau (Sitz Wiesbaden): August Becker, später Walter Fendler

            Süddeutscher Gau (Sitz München): Max Stock, später Heinz Runge.

Sportlich beginnt damit eine gesteigerte Wettspieltätigkeit der Tennislehrer. Galt damals die Maxime, dass nur ein spielstarker Tennislehrer auch ein guter Tennislehrer sei, nahmen die VDT-Mitglieder diese Einladung zum „Kräftemessen“ gerne an. In Gau- oder Bezirksturnieren qualifizieren sich die Tennislehrer für Turniere von nationalem und internationalem Rang. Neben den „Deutschen Meisterschaften“ (traditionell in Berlin) entwickeln sich zunächst in Wiesbaden, dann in Duisburg und Essen, und schließlich in Bad Ems die „Westdeutschen Meisterschaften“ oder in Travemünde die „Norddeutschen Meisterschaften“. Hervorbringen werden die Turniere Sportler wie Roman Najuch, Hans Nüsslein, Eduard Goritschnig, Kurt Pohmann, Artur Schröder oder Otto Stuhldreier, um nur einige wenige der ersten Jahrzehnte zu nennen.

Abbildung 1: Eintrittskarte Meisterschaften der Berufsspieler 1946

Verbandspolitisch bestimmen die Gauleiter die Geschicke des VDT mit, sind sie doch von Anfang an Mitglieder des Vorstands, in welcher Funktion auch immer. Sie sorgen dafür, dass Beschlüsse des Vorstands landesweit und einheitlich umgesetzt werden, wie z. B. die Dauer einer Unterrichtseinheit oder deren Inhalte durch Verbreitung der Lehrmethode VDT.

Natürlich gab es auch Tiefpunkte in einer derartigen Verbandsorganisation. Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in einem gespalteten Deutschland sind hier zu nennen, mit all ihren Irrungen und Wirren, Polarisierungen und Konflikten. (Vgl. Chronik: 1950 – 1955.) Nicht minder kritisch verliefen die Jahre vor 1983, deren Konflikte nur dadurch gelöst werden konnten, indem der Vorstand den „Landesverbänden“ eine höhere Mitverantwortung übertrug. Letztlich war der VDT in der Lage, in beiden Fällen seine Spaltung abzuwenden.

In der Nachkriegszeit entscheidet sich der Verband, die Bezeichnung „Gaue“ zuerst durch „Landesgruppen“ dann durch „Bezirke“ zu ersetzen. Und so sah die Aufteilung Deutschlands in Bezirke nach dem Beschluss der außerordentlichen Generalversammlung von 1953 aus:

Bezirk 1: Berlin und die DDR. Bezirksleiter: Emil Dickhof.

Bezirk 2: Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen. Bezirksleiter: Harry Koebner.

Bezirk 3: NRW. Bezirksleiter: Otto Müller; für Westfalen: Rudolf Probst (?!).

Bezirk 4: Rheinland-Pfalz. Bezirksleiter Adolf Brühl.

Bezirk 5: Baden-Württemberg. Bezirksleiter: Hermann Döll.

Bezirk 6: Bayern. Bezirksleiter: Wackl Richter.

1977 formieren sich aus den Bezirken die sogenannten „Landesverbände“: Berlin, Nord, Nordrhein-Westfalen, Mitte, Baden Württemberg und Bayern.

Deren Vorsitz übernehmen:

            - Bayern: Gerhard Glasbrenner

            - Baden-Württemberg: Helmut Bachmann

            - Berlin: Hans Bjarsch

            - Mitte: Werner Heinrich

            - Nord: Peter Hopfenheit

            - Nordrhein-Westfalen: Rosemarie Lütz.

1982 wird auf Antrag des Landesverbandes Nord auf der Generalversammlung auch die Bildung einer „Strukturkommission“ im VDT beschlossen. Sie wird sich zusammensetzen aus Vertretern der Landesverbände und einem Vertreter der Tennis-Fachschule. Ihr Auftrag ist die kritische Reflexion und Überwachung der zukünftigen organisatorischen Gestaltung des VDT und seiner berufspolitischen Ausrichtung.

Vorsitzende der Landesverbände im Jahr 1982:

Baden-Württemberg: Helmut Bachmann

Bayern: Gerhard Glasbrenner

Berlin: Hans Bjarsch

Mitte: Hanspeter Smoll

Nord: Fritz Lohmann

Nordrhein-Westfalen: Rosemarie Lütz.

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Leverkusen wird 1988 eine weitere Umorganisation des Gesamtverbandes beschlossen. Der geschäftsführende Vorstand umfasst nunmehr den Präsidenten, drei Vizepräsidenten und vier Vorsitzende der neu geordneten Regionalverbände:

Nord
(bisher: Berlin, Nord)
West
(bisher: Nordrhein-Westfalen)
Südwest
(bisher: Mitte).
Süd
(bisher: Baden Würt.berg, Bayern)
Vorsitzender:
Jörg Reinhardt 
Vorsitzender:
Detlev-Jürgen Irmler
Vorsitzender:
Hanspeter Smoll.
 Vorsitzender:
Gerhard Glasbrenner

Die Regionalverbände gliedern sich in Landesgruppen, deren Beauftragte den erweiterten Vorstand bilden.

Abbildung 2: VDT-Landesverbände 1988
(Aus: VDT-INFORMATIONEN, Ausgabe III/88, o. S.)

1990 nach der Wiedervereinigung Deutschlands wird der „Regionalverband Ost“ gegründet mit Sitz in Berlin. Vorsitzender wird Dr. Klaus-Peter Walter.

1997 wird der Regionalverband Südwest aufgelöst und in den RV West eingegliedert.

Die Vorsitzenden der Regionalverbände im Jahr 2000:

Nord:    West Süd: Ost: .
Jörg Reinhardt  Theo Hammer
(seit 1997) 
Otto Wagner
(seit 1997) 
 Dr. Klaus-Peter Walter

2006 erhalten die Regional-Vorsitzenden Jörg Reinhardt (Nord), Otto Wagner (Süd) und Dr. Klaus-Peter Walter (Ost) für ihr langjähriges Engagement im VDT die goldene Ehrennadel des VDT.

2007 wird der langjährige Vorsitzende des Regionalverbands West und Vorsitzende des Ehrenrates Theo Hammer zum Ehrenmitglied des VDT gewählt. Die Jahreshauptversammlung des RV West wählt René Kaiser zu seinem Nachfolger:

 


          
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